01:: Satzung

Die Satzungen der

Siebenbuergisch-Deutschen

Nachbarschaft

De Statuten vun der

Siweberjesch-Detschen

Noberscheft

 

1. Allgemeines

Die Siebenbuergisch-Deutsche Nachbarschaft / De Siweberjesch-Detsch Noberscheft (im weiteren ‚Nachbarschaft‘ oder ‚SDN‘) wurde am 13. Februar 2010 in Schaessburg gegruendet und versteht sich als nichtpolitischer, sozialer, kultureller Zusammenschluss von Personen, die sich der siebenbuergisch-saechsischen / deutschen Kultur, Lebensart, Sprache und Werte zugehoerig oder verbunden fuehlen und diese in Siebenbuergen leben und weiterfuehren wollen.
2. Zweck und Aufgabe der Nachbarschaft

Zweck und Aufgabe unserer Nachbarschaft ist es, durch Mitwirken und Unterstuetzung ihrer Mitglieder (Nachbarn)

– sich gegenseitige Unterstuetzung und Hilfe zu gewaehren

– den Nachbarschaftsgedanken zu pflegen, bestehende Nachbarschaften zu unterstuetzen und die Bildung neuer Nachbarschaften zu foerdern

– die eigene Sprache, Kultur, Lebensart und Werte zu pflegen und weiterzugeben

– mit staatlichen Stellen sowie mit Kirchen, Schulen, Betrieben, Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen im Sinne dieser Satzung zusammenzuarbeiten

– die Nachbarn bei geselligen Veranstaltungen einander naeherzubringen.

3. Mitgliedschaft

Mitglied (Nachbar) kann jede Personen ab dem 16. Lebensjahr werden, die vorliegende Satzung in Wort und Sinn einhaelt, einen staendigen oder zeitweiligen Wohnsitz in Siebenbuergen hat und in der Lage ist, an den Richttagen bzw. an den Wahlen persoenlich oder per Fernwahl teilzunehmen. Neue Nachbarn werden auf eigenen Antrag auf dem Verrechnungsrichttag durch die Vollversammlung aufgenommen.

Der Antragsteller/die Antragstellerin erhaelt bis zur Aufnahme/Ablehnung eine Teilmitgliedschaft in der Nachbarschaft, die das Stimmrecht ausschliesst.

Ueber den Ausschluss eines Mitglieds aus der Nachbarschaft beschliesst die Vollversammlung beschliesst auf Antrag.

Die Mitgliedschaft verliert auch, wer ueber zwei Jahre hinweg seinen Mitgliedsbeitrag nicht zahlt. Schwere Verstoesse gegen die Nachbarschaftssatzung koennen ebenfalls mit dem Ausschluss bestraft werden.

Die Hoehe des Jahresbeitrags bestimmt jeder Nachbar selbst, je nach finanzieller Moeglichkeit und Zufriedenheit mit der Taetigkeit der Nachbarschaft.

Personen, die ihren staendigen oder zeitweiligen Wohnsitz nicht in Siebenbuergen haben, koennen eine Foerdermitgliedschaft beantragen. Foerdermitglieder haben kein Wahlrecht innerhalb der Nachbarschaft, koennen aber Aussprachen machen. Die Anerkennung und Aberkennung der Foerdermitgliedschaft erfolgt auf dieselbe Art und Weise wie jene der regulaeren Nachbarn (Mitglieder).
4. Rechte, Pflichten und Aufgaben der Nachbarn (regulaere Mitglieder)

Jeder Nachbar hat das Recht, aktiv am Leben der Nachbarschaft teilzunehmen, dieses im Sinne der Satzung zu gestalten und weiterzuentwickeln und sich der Wertschaetzung, Gleichberechtigung und Unterstuetzung seitens der anderen Nachbarn zu erfreuen.

Jeder Nachbar ist verpflichtet, die Satzung zu kennen, sie in Wort und Sinn einzuhalten, der Nachbarschaft und ihrem Ansehen keinen Schaden zuzufuegen und diese nicht fuer eigene oder fremde Zwecke zu missbrauchen.

Jeder Nachbar ist verpflichtet, am Verrechnungsrichttag puenktlich und in nuechternem Zusstand zu erscheinen, daran aktiv bzw. an den Wahlen per Fernabstimmung teilzunehmen. Begruendete Abwesenheit vom Richttag wird entschuldigt.

Jeder Nachbar hat das Recht, auf dem Verrechnungsrichttag Satzungsaenderungen vorzuschlagen, ueber die anschliessend abgestimmt wird.

5. Die Fuehrungsstruktur der Nachbarschaft

5.1. Die ordentliche Vollversammlung der Nachbarn tagt am Verrechnungsrichttag und ist das hoechste Leitungsorgan der Nachbarschaft. Sie wird einmal im Jahr jeweils im Februar vor der Fastenzeit einberufen. Die Vollversammlung ist beschlussfaehig, wenn zwei Drittel der Mitglieder anwesend sind bzw. per Fernwahl innerhalb einer einwoechigen Frist an der Beschlussfassung/an den Wahlen teilnehmen.

In begruendeten Faellen kann der Nachbarvater eine ausserordentliche Vollversammlung innerhalb einer zweiwoechigen Frist einberufen.

Beschluesse werden durch offene Wahl (oder per Fernwahl) durch absolute Mehrheit (50% der Stimmen plus 1) gefasst.

Satzungsaenderungen werden mit einer Zweidrittel-Mehrheit getroffen. Fuer Satzungsaenderungen, die die Punkte 1 und 2 der Satzung betreffen, wird eine Konsenswahl empfohlen. Ansonsten entscheidet eine qualifizierte Mehrheit von 75% der Waehler.

5.1.1 Befugnisse und Aufgaben der Vollversammlung

– Sie ist das satzungsgebende und -aendernde Organ der Nachbarschaft

– Sie beschliesst die Aufnahme und den Ausschluss der Mitglieder

– Sie setzt die Hoehe jeglicher Gebuehren, Geldbeitraege und sonstiger Leistungen fest

– Sie waehlt den Vorstand (Ausschuss) der Nachbarschaft

– Sie hoert die Berichte und Protokolle ueber die Taetigkeit der Nachbarschaft und des Vorstands sowie die Berichte ueber die Geldbgebarung und entlastet den Vorstand und den Kassier

5.2. Der Vorstand (Ausschuss) der Nachbarschaft setzt sich zusammen aus:

– dem Nachbarvater oder der Nachbarmutter

– dem/der Jungaeltesten

– dem/der SchriftfuehrerIn

– dem/der KassierIn

– den Zehntmaennern oder Zehntfrauen

Die Aemter des/der Schriftfuehrers/Schriftfuehrerin, Kassiers/Kassierin und Zehntmannes/Zehntfrau koennen gleichzeitig ausgeuebt werden.

Der Vorstand ernennt auch zwei Rechnungspruefer (Zensoren), die nicht Mitglieder des Ausschusses sind.

Der Nachbarvater und der/die Jungaelteste werden fuer jeweils zwei Jahre gewaehlt, jedoch nicht gleichzeitig und koennen wiedergewaehlt werden.

Jeder Nachbar ist aufgefordert, eines oder mehrere Aemter der Nachbarschaft zu uebernehmen und gewissenhaft auszuueben.

5.2.1. Aufgaben, Rechte und Pflichten des Nachbarvaters/der Nachbarmutter

– Der Nachbarvater/die Nachbarmutter verkoerpert das hoechste Amt der Nachbarschaft - aehnlich dem Vorsitzenden eines Vereins - und vertritt diese nach innen und aussen.

– Er/Sie beruft die Vollversammlung zum Richttag ein und verliest die Nachbarschaftssatzung

– Er/Sie wacht ueber die Einhaltung der Nachbarschaftssatzung seitens der Nachbarn

– Er/Sie macht den Mitgliedern des Vorstands und der Nachbarschaft Empfehlungen und Vorschlaege zur Verbesserung der nachbarschaftlichen Taetigkeit

  • Er/Sie bewahrt die Nachbarschaftslade auf.
  • Er/Sie hat zu jedem Zeitpunkt das Recht auf Einsicht in die Akten, Unterlagen und Korrespondenz der Nachbarschaft

5.2.2. Aufgaben, Rechte und Pflichten des/der Jungaeltesten

– Der/Die Jungaelteste verkoerpert das zweithoechste Amt der Nachbarschaft – aehnlich einem Geschaeftsfuehrer – und kuemmert sich um die Verwaltung der Nachbarschaft und ihrer Taetigkeit.

– Er/Sie verfasst und verliest auf dem Verrechnungsrichttag den Taetigkeitsbericht fuer das abgelaufene Jahr.

– Er/Sie stellt die Nachbarschaftslade samt Inhalt dem Nachbarvater auf Verlangen und den Nachbarn beim Richttag zur Verfuegung.

– Er/Sie leitet die gesamte Verwaltungsarbeit der Nachbarschaft und koordiniert deren Taetigkeiten.

– Er/Sie beratschlagt mit dem Nachbarvater wichtige Fragen der Nachbarschaft und arbeitet mit den Mitgliedern des Vorstandes vertrauensvoll zusammen

5.2.3. Aufgaben, Rechte und Pflichten des Kassiers und des Schriftfuehrers

Der Kassier sammelt die Mitgliedsbeitraege und sonstigen Gebuehren ein, verwaltet diese und fuehrt Buch ueber Einnahmen und Ausgaben der Nachbarschaft und verliest auf dem Richttag den Kassenbericht.

Der Schriftfuehrer fuehrt und verwaltet das Mitgliederverzeichnis, die Protokolle, Berichte, Korrespondenz und sonstigen Schriften und Dokument der Nachbarschaft.

5.2.4. Aufgaben, Rechte und Pflichten der Zehntmaenner/Zehntfrauen

Der Zehntmann/Die Zehntfrau vertreten die Nachbarschaft auf lokaler Ebene und organisieren deren Taetigkeit vor Ort. Sie koennen in Absprache mit dem Jungaeltesten, dem Schriftfuehrer und Kassier auf lokaler Ebene teilweise auch deren Aufgaben ausfuehren.

Zehntmaenner/Zehntfrauen werden dazu ermutigt, die Nachbarn der SDN auf lokaler Ebene in eigenstaendigen Nachbarschaften zu organisieren.

5.2.5. Aufgaben, Rechte und Pflichten der Rechnungspruefer (Zensoren)

Sie pruefen die gesamte Buchfuehrung und den Bestand der Nachbarschaftskasse. Einer der Rechnungspruefer verliest auf dem Richttag den Rechnungspruefungsbericht.

6. Die Organisation der Nachbarschaftstaetigkeit

6.1. Die Nachbarschaftslade

Sie enthaelt:

-die Satzung

-das Archiv

-das Mitgliederverzeichnis

-die Inventurliste

und sonstige abgelegte Dokumente.

6.2. Der Verrechnungsrichttag (die Vollversammlung)

Der Verrechnungsrichttag wird einmal im Jahr vor der Fastenzeit (in der Regel am ersten oder zweiten Wochenende im Februar) abgehalten.

Der Richttag wird vom Nachbarvater mit dem Aufschliessen der Nachbarschaftslade eroeffnet. Anschliessend begruesst der Nachbarvater die Anwesenden, gibt die Tagesordnung bekannt und verliest auf Verlangen die Satzung in ihrer aktuell gueltigen Form.

Als naechstes werden der Taetigkeitsbericht und der Kassenbericht verlesen sowie der Kassenbericht und die gesamte Geldgebarung geprueft.

Es folgen Aussprachen der Nachbarn, Abstimmungen ueber die Aufnahme und/oder den Ausschluss von Mitgliedern, Abstimmungen ueber Satzungsaenderungen, Abstimmungen ueber die Entlastung des Vorstands, Wahlen der Vorstandsmitglieder u. ae.

Der Richttag klingt mit einem geselligen Teil aus.

Das Rauchen, Trinken von Alkohol, Laermmachen und sonstiges stoerendes Verhalten ist waehrend der Vollversammlung strengstens verboten.

Zuwiderhandelnde zahlen sofort einen Betrag, dessen Hoehe im Anhang festgelegt wird. Wer den Richttag vorzeitig verlaesst oder unbegruendet fehlt, zahlt ebenfalls diesen Betrag.

Die Nachbarschaft kann ausser dem Verrechnungsrichttag auch sog. Sommerrichttage, Tanzrichttage usw. veranstalten. Diese bestehen nur aus einem geselligen Teil.

6.3. Sitz der Nachbarschaft

Der Sitz der Nachbarschaft kann voruebergehend beim Wohnsitz des jeweiligen Jungaeltesten oder Nachbarvaters sein. Es ist erstrebenswert, dass die Nachbarschaft einen eigenen Sitz erhaelt und eine kontinuierliche, moeglichst professionelle Taetigkeit entfaltet.

7. Nachbarschaftliche Taetigkeiten

Diese umfassen die Richttage, Kulturveranstaltungen, soziale Veranstaltungen, wirtschaftliche Taetigkeiten, Hilfsaktionen u.ae.

Insbesondere soll die Nachbarschaft schnelle, gezielte, handfeste Aktionen durchfuehren, die den Nachbarn sowie sozial Beduerftigen, Alten und Kranken zugute kommen und/oder dem Erhalt und der Pflege der Gemeinschaft, Traditionen, Kulturgueter und Natur dienen.

Die Teilnehmer an Aktionen sind bestrebt, diese ueberwiegend mit lokalen Ressourcen (Material, Personen, Logistik) durchzufuehren, die Unkosten einer solchen Aktion moeglichst gering zu halten und hierfuer materielle und organisatorische Hilfe von aussen (d.h. von Nichtmitgliedern, anderen Vereinen, Gruppen und Koerperschaften) anzufordern. Gelingt dieses nicht oder in unzureichendem Masse, kann die Nachbarschaft einen Teil der Unkosten (z.B. fuer Baumaterial, Transport) uebernehmen.

8. Sonstiges

Sinn und Zweck dieser Satzung ist es, der Nachbarschaft das noetige Mass an Form, Standhaftigkeit und Flexibilitaet zu gewaehren, ohne dabei in buerokratische Starre oder in Formlosigkeit zu verfallen.

Die Satzungen der SDN werden jedes Jahr auf dem Verrechnungsrichttag in schriftlicher Form ausgelegt und auf Verlangen laut vorgelesen.

Anhang

Gebuehren und Abgaben

  1. Die Aufnahmegebuehr in die Nachbarschaft betraegt 20 Lei
  2. Der Jahresbeitrag besteht aus einer freiwilligen Spende

Verfasst und angenommen in Schaessburg, den 13. Februar 2010

Nachbar

Klaus Birthler, Saechsisch-Reen

Wilhelm Fabini, Schaessburg

Hans Hedrich, Schaessburg

Julia Juergens, Hermannstadt

Andrea Krempels; Schaessburg

Georg Zachres, Hamlesch

Josef Stieger, Grosspold

Johann Gekel, Haschagen

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5 Antworten zu “01:: Satzung

  1. Georg Zachres

    Hallo Hans,

    ich sende Dir noch einmal meine E- Mail Adresse .

  2. Andrea

    Servus alle Zusammen,
    es war schön euch in Peschendorf wieder zu sehen und ich denke Frau Wulkesch hat sich auch über das Ergebnis der Arbeiten gefreut.
    God erhald Ich!
    Andrea

  3. Lutsch Walter Martin

    Ich lebe seit 2005 staendig in Neumarkt (tg.mures) und habe aber keinen festen Wohnsitz in Rumaenien, geht es trotzdem dass ich Mitglied in der Sieb. Nachbarschaft werden kann, oder muss ich mich bei der Polizei anmelden (habe seit 1979 einen dt. Personalausweiss.
    Vielen Dank
    Walter

    • Andrea

      Guten Tag Walter,
      ich bedaure, dass dir offensichtlich noch niemand geantwortet hat. Jetzt sind die Ferien ja vorbei und wir sind ja alle wieder da und können weiter planen…Natürlich kannst du Mitglied in der Nachbarschaft werden, ohne dass du die rumänische Staatsbürgerschaft besitzt. Wir werden dich kontaktieren, wenn die nächste Aktion geplant ist, um dann Einzelheiten zu besprechen.
      Viele Grüße,
      Andrea

    • hans hedrich

      lieber walter!
      moechtest du weiterhin mitglied in der SDN werden? wenn ja, wuerde uns das freuen und beim kommenden reichttag mitte februar wuerden wir ueber deine aufnahme abstimmen!
      bitte melde dich also!
      hans hedrich
      jungaeltester

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